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Mit der Frage, ob man sich einen eigenen Hamster nach Hause holt ist es meistens nicht getan. Wichtig dabei ist auch vor allem, dass man sich über die unterschiedlichen Haltungsweisen informiert. Dabei spielt es natürlich auch eine Rolle, welchen Hamster man sich nach Hause holt: Einen Zwerghamster oder einen Goldhamster. Alle größeren Hamsterarten wie eben z.B. der Goldhamster werden übergreifend als Mittelhamster bezeichnet.

Generell sind beide nicht grundlegend anders zu halten.

Gemeinsamkeiten:

Einstreutiefe

Alle Zwerghamsterarten legen Wert auf eine tiefe Einstreu. Warum? Weil sie gerne buddeln. In freier Wildbahn legen sie sich kilometerlange Tunnelsysteme unter der Erde an. Ein Schlafnest, eine Wohnkammer, eine Vorratskammer, etc. Deshalb ist es auch wichtig, dass man keinen kleinen Standard-Käfig aus dem Zooladen kauft, sondern einen größeren, damit der Hamster sich wohl fühlt und in Ruhe seine Gänge graben kann.

Futter

Auch im Futter unterscheiden sich die Hamsterarten nur geringfügig. Wichtig dabei ist, vorab einen guten Hamsterratgeber zur gewünschten Rasse und Art zu lesen, damit man sich optimal auf die Essbedürfnisse und -gewohnheiten des kleinen Nagers vorbereiten kann. Ein absolutes NEIN gibt es von mir zu 08/15-Futter aus dem Zooladen, ebenso zu den „beliebten“ Nagerstangen. Diese sind nämlich oft mit Zusatzstoffen, Zucker, Fetten oder gar Farbstoffen verstehen. Und da Hamster – vor allem Zwerghamster – leicht an Diabetes erkranken können, sollte vollkommen auf Zucker-Knabbereien (auch im normalen Körnerfutter) verzichtet werden. Achte dabei auch darauf, dass Obst, wie z.B. Äpfel, auch Fruchtzucker enthalten. Diese daher auch nur in kleinen und geringen Mengen verfüttern.

Wasser

Jedes Tier braucht Wasser. Und wie wir auch, mögen auch Tiere täglich frisches Wasser. Das ist vor allem dann wichtig, wenn sie z.B. über den Sommer ein Außengehege bewohnen dürfen bzw. der Käfig im Sommer oft draußen steht. Da sich durch Wärme sehr schnell Bakterien – vor allem in Nippeltränken – sammeln können, ist es sehr wichtig, täglich die Tränke (auch Schälchen) zu säubern und mit neuem, frischen Wasser zu füllen.

Auslauf

Hamster legen in freier Wildbahn pro Nacht oft bis zu 25 Kilometer zurück. Abwechslung steht dabei schon von Anfang an auf der Tages- bzw. Nachtordnung. Die Suche nach Futter wie Körner, Samen, kleine Insekten, etc. ist sehr abwechslungsreich. Umso wichtiger ist es daher auch, dass man den Zwerghamster oder den Goldhamster nicht nur im Käfig hält. Viel zu schnell stellt sich dabei langweilige Routine ein. Und dann kann es auch oft dazu kommen, dass der kleine Hamster zum Gitternager wird – weil ihm so langweilig ist.

Um das vorzubeugen ist es wichtig, dass der Hamster auch täglich eine Alternative zu seinem Käfigleben erhält. Nichts würde sich dafür besser eigenen als ein betreuter Auslauf. Dafür kann man entweder aus unterschiedlich großen Kisten, die man z.B. über eine Küchenrolle miteinander verbindet, Kammern machen, oder aus Spanplatten einen großen Auslaufraum zusammenbauen. Bei beiden Varianten kann man immer wieder die Einrichtung variieren. Vorteil der verbundenen Kartons im Vergleich zu einem festen Auslauf (z.B. einem verschraubten) ist, dass man diese leichter verräumen kann und sie durch die Stapelmöglichkeit nicht so viel Platz wegnehmen wie ein fester Auslauf. Trotzdem immer darauf achten, dass nirgends scharfe Kanten oder Ecken zum Vorschein kommen, an denen sich der Zwerghamster verletzen könnte.

Pflege

Auch die Pflegemaßnahmen treffen auf beide Hamsterarten gleichermaßen zu. Wichtig dabei ist es, den Käfig regelmäßig sauber zu machen. In vielen Ratgebern ist zu lesen, dass man den Käfig einmal wöchentlich komplett reinigen sollte. Da Hamster aber generell sehr schnell dem Stress verfallen wenn sich etwas komplett ändert, sollte man den Käfig immer nur zur Hälfte reinigen. So bleiben wenigstens einige vertraute Gerüche vorhanden und der Hamster fühlt sich sicherer und stressfreier.

Wenn der Hamster seine feste Pipi-Ecke hat, muss der Käfig auch nur ca. alle drei Wochen zur Hälfte gereinigt werden. Die Pipi-Ecke aber täglich reinigen, da sich dort neben einem unangenehmen Geruch auch Bakterien bilden können.

Viele Hamster sind empfindlich was Staub angeht. Eine staubfreie Alternative zum normalen Kleintierstreu ist Hanfstreu. Dieses ist sehr staubarm und kann als Einstreu genau so gut verwendet werden wie Kleintierstreu. Als abwechslungsreicher Untergrund – z.B. in Form einer abgetrennten Fläche im Käfig – eignet sich auch Maisspindelgranulat, Kleintiertorff oder Bimssand (KEIN Vogelsand, da dieser zu scharfe Ecken hat!).

Beschäftigung

Neben einer tiefen Einstreu als Buddelbeschäftigung sollten vor allem unterschiedliche Holzeinrichtungsgegenstände (unlackiert!) nicht fehlen. Diese können zum einen dem Nagetrieb herhalten und dienen zum anderen als Unterschlupf, Versteck, Klettermöglichkeit oder Schlafhäuschen. Toll als Nagemöglichkeit eignen sich auch frische Zweige von ungespritzten Obstbäumen.

Auch ein artgerecht großes Laufrad (dazu später mehr) darf in keinem Käfig fehlen. Das Laufrad sollte generell eine komplett geschlossene Rückwand haben, keine Streben aufweisen, da der Hamster dort hindurchrutschen und sich einklemmen kann, sowie einen festen Standfuß (OHNE Schereneffekt) haben.

Unterschiede von Zwerghamster und Goldhamster:

Käfiggröße

Generell lässt sich sagen: Zwerghamstern sollte ein Käfig der MINDESTgröße von 100x50x50 cm (Länge x Breite x Höhe) zur Verfügung gestellt werden (dabei bitte darauf achten, dass hochgenug eingestreut werden kann).

Für Goldhamster sogar nochmal etwas größer. Bei ihnen wird empfohlen, mindestens die Maße von 120x60x50 cm vorzuweisen.

Dennoch: Je größer desto besser! Wenn es möglich ist, dem Zwerghamster eine Fläche von 150x70x50 cm anzubieten, ist dies natürlich noch artgerechter. Und wenn dem Goldhamster ein Gehege in der Größe von 200x70x60 angeboten werden kann, freut er sich umso mehr. Wir freuen uns schließlich auch darüber, wenn wir ein großes Zimmer, eine schöne, große Wohnung oder gar ein tolles Haus bewohnen können, oder? 😉

Laufradgröße

Bei einem zu kleinem Laufrad muss der Hamster den Rücken durchbiegen und riskiert Haltungsschäden; Foto: Flickr-User Maarten Dirkse

Auch die Größe des Laufrads ist sehr wichtig. Der Durchmesser muss so gewählt werden, dass der Hamster – egal ob Zwerg- oder Goldhamster (Mittelhamster) – ohne den Rücken durchbiegen zu müssen, darin laufen kann. Ist das Laufrad zu klein, kann der Hamster Haltungsschäden und damit verbundene Schmerzen davontragen.

Ebenso ist es wichtig, dass das Laufrad auch funktionell artgerecht ist. Das heißt, dass es z.B. kein Gitterstäbe-Laufrad (Metalllaufrad) sein darf. Besteht das Laufrad nämlich nur aus Gitterstäben ist es abzusehen, dass der Hamster früher oder später abrutscht, weil er nicht genau die Gitterstrebe trifft. Verletzungen und Brüche können die Folge sein.

Ebenso sollte die Rückwand des Laufrads geschlossen sein, damit der Hamster nicht „rausfliegen“ kann. Auch sollten Laufräder, die den Schereneffekt aufweisen, nicht verwendet werden. Den Schereneffekt findet man häufig bei Gitterstab-Laufrädern. Da dabei die Laufradfläche nicht geschlossen, sondern offen ist und am Laufrad zu beiden Seiten der „Standfuß“ – ebenfalls eine Gitterstrebe – vorbeiführt, kann es in den schlimmsten Fällen passieren, dass sich der Zwerghamster oder Goldhamster genau darin verkeilt; siehe hier (Quelle: diebrain.de).

Das Laufrad sollte auch nicht aus normalem Plastik bestehen. Da der Hamster ein recht fleißiger Nager ist, kann es sein, dass er versucht das Laufrad anzunagen. Bei Laufrädern aus Plastik muss darauf geachtet werden, dass diese aus splitterfreiem Plastik bestehen. Dadurch kann der Hamster keine Plastikteile verschlucken, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden können. Ein solch artgerechtes Laufrad aus splitterfreiem Plastik, ohne Schereneffekt, mit geschlossener Laufradfläche und Rückwand gibt es zum Beispiel bei rodipet.de, einem artgerechten Nager-Online-Shop. Dort findet man auch unlackierte Holzlaufräder, die ebenso bedenkenlos verwendet werden können.

Gerade die Käfiggröße kann ausschlaggebend sein, welche Hamsterart man sich nach Hause holt. Gerade in Wohnungen mit Platzmangel sollte man auf einen Hamster komplett verzichten, wenn man ihm nicht das Mindestmaß an Käfiggröße bieten kann. Ein Hamster ist zwar ein kleines Tierchen, ist in seinem Bewegungsdrang und anspruchsvoller Haltung aber keinesfalls zu unterschätzen!