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Zwerghamster (aber auch Hamster) liegen in der Beliebtheit der Kleintiere bei den Deutschen ganz weit vorne. Doch oftmals werden sie leider durch Unwissenheit falsch gehalten.

Jede Hamsterart braucht ein speziell auf seine Bedürfnisse abgestimmtes „kleines“ Reich, da jeder Hamster unterschiedliche Ansprüche hat. Man unterscheidet bei den Zwerghamstern zwischen dem

Campbell-Zwerghamster

– dem Dsungarischen-Zwerghamster (meiner 🙂 )

– dem Roborowski-Zwerghamster

– und dem Chinesischen Streifenhamster.

Es herrscht die weitverbreitete Meinung vor, dass alle Hamster Einzelgänger sind und sie niemals zu zweit oder in einer Gruppe gehalten werden dürfen. Auch ich war dieser Meinung und habe sie – leider – auch nie wirklich hinterfragt. Durch einen Blogbeitrag eines anderen Hamsterblogs wurde ich eines besseren belehrt! Dsungarische Zwerghamster zeigen, ähnlich wie Roborowski Zwerghamster, ein ausgeprägtes Sozialverhalten.

Normalerweise ist es so, dass Hamster zur Paarungszeit zusammenkommen. Jungtiere vertragen sich in der Regel am Anfang, mit zunehmenden Alter und dem einsetzen der Geschlechtsreife werden sie jedoch immer unverträglicher.

Da Hamster dämmerungs- und nachtaktiv sind und sich erst in den frühen Morgenstunden wieder in ihren Bau zurück ziehen, legen sie Nachts weite Strecken zurück. Diese Strecke kann in einer Nacht schon einmal ca. 30km betragen. Deshalb sollte ein Hamsterkäfig MINDESTENS 60cm lang sein (den zusätzlichen, täglichen Auslauf dabei nicht vergessen!)! Wer kreativ ist, kann deshalb einfach zwei Käfige miteinander verbinden um mehr Platz zu schaffen oder einfach ein Gehege Marke „Eigenbau“ anfertigen. Vorbildlich wäre die Größe 100 x 60 x 60 cm (hierbei muss auch trotzdem für zusätzlichen Auslauf gesorgt werden).

Leider werden in Zoogeschäften oft viel zu kleine Käfige angeboten, die noch dazu mit Plastik-Spielzeug ausgestattet sind oder gar mit Ebenen die aus Gitterstäben bestehen. Auch diese Plastik-Röhren finde ich schrecklich, alleine schon wegen der Luftzirkulation… 🙁 Kurzum: Bei mir schnürt sich da das Herz zusammen – das ist doch Tierquälerei!

Plastikspielzeug kann außerdem kaputt gehen und/oder angenagt werden. Kaum auszudenken, was dem Kleinen dann passiert, sollte das Plastikteil erstmal verschluckt worden sein…Außerdem kann der Hamster auf der Gitterstab-Ebene nicht richtig laufen, vom rumwühlen ganz zu schweigen… Meistens wird das Ganze noch mit einem zu kleinen Laufrad verkauft. Ein zu kleines Laufrad schädigt die Rückenmuskulatur, da sich der Hamster biegen muss um überhaupt da drin laufen zu können. Außerdem sollte die Laufrad-Fläche geschlossen sein und ohne Gitterstäbe, da sich der Hamster da drin sehr verletzen kann, sollte er abrutschen! Gute Laufräder gibts z.B. von Rodipet (rodipet.de). Bitte bitte beachtet all diese Dinge, wenn ihr euch einen Käfig für den neuen Familienzuwachs zulegt!

Bei Holzspielzeug (natürlich unbehandelt!) muss man sich dazu keine Sorgen machen:

– der Nagetrieb kann problemlos ausgelebt werden und

– die Krallen nützen sich auf natürliche Weise durch das Herumkletten auf dem Spielzeug ab.

Auf alle Fälle sollte dafür gesorgt sein, dass der Zwerghamster viele Versteckmöglichkeiten hat, da sie in freier Wildbahn auch Fluchttiere sind und sich bei Gefahr in ihren Bau oder die Höhle retten.

Je nach Hamsterart (wie oben aufgeführt) muss der Käfig artgerecht ausgestattet werden. Denn jeder Zwerghamster ist in einem anderen Territorium zu Hause.

Weitere Infos über Dsungarische Zwerghamster findet Ihr hier.