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Trinkflasche für Hamster; Foto: meinhamster.com
Foto: meinhamster.com

Ein beliebtes Haustier ist noch immer der Hamster. Doch bevor man sich einen Hamster nach Hause holt, sollte man sich zuerst einmal darüber informieren, welcher Hamster es denn überhaupt werden sollte. Schließlich hat jede Hamsterart andere Anforderungen an die Haltung. Außerdem gilt es einige Spielregeln zu beachten, wenn bereits andere Tiere, aber auch Kleinkinder im Haushalt wohnen. Hier sollte immer mit bestem Wissen und Gewissen abgewogen werden, ob ein Hamster wirklich das passende (zweit-)Haustier ist.

Zuerst einmal gilt jedoch: Hamster sind in der Regel Einzelgänger. Von einer Paar- oder Gruppenhaltung rate ich generell jedem Neuling ab, da eine harmonische Paarhaltung eher selten vorkommt und man im schlimmsten Fall das Pärchen oder die Gruppe trennen und in extra Gehege setzen muss.

Hier einige Eigenschaften der kleinen Nager:

  • Hamster sind nachtaktive Tiere. Eher selten sieht man sie tagsüber im Gehege. Höchstens zum Fressen oder für Wasser schauen sie mal aus ihrem Häuschen. Daher beachte bitte, dass (Klein-)Kinder oft schon früh zu Bett gehen und daher nicht wirklich was von ihrem Hamster haben.
  • Der Hamster folgt in seiner Schlaf-Wach-Phase einem Rhythmus. Daher dürfen sie auch tagsüber nicht einfach so geweckt werden, da dies Stress für die kleinen Tierchen bedeutet und Auswirkungen auf die Lebensdauer haben kann, wenn dies regelmäßig passieren sollte. Kleine Kinder können dies oft noch nicht verstehen.
  • Hamster sind generell eher Tiere zum Beobachten. Warum? Rein aus der Evolution heraus sind Hamster immer in Alarmbereitschaft, um potentielle Gefahren früh zu erkennen. Daher sind sie sehr aufmerksam, was in ihrer Umwelt geschieht. In einigen Fällen kann es auch vorkommen, dass ein Hamster nie „zahm“ wird. Hier ist dann Verständnis gefragt, denn ihn zu irgendetwas zu zwingen (z.B. dass er auf die Hand kommt, damit man ihn hochnehmen kann) macht nur noch mehr in der Mensch-Tier-Beziehung kaputt.
  • Hamster sind klein, flink und wendig und lassen sich so gar nicht in die Schublade „Kuscheltiere“ stecken, wie es vielleicht bei Katzen oder Kaninchen der Fall sein mag. Hamster sind es gewohnt, weite Wege zurückzulegen und lassen sich daher nicht gerne auf den Arm nehmen bzw. bleiben nicht lange zum kraulen oder schmusen auf der Hand. Hamster sind einfach so zu akzeptieren, wie sie sind, man kann sie nicht umerziehen. Gerade deshalb sind sie für Kinder, die mit ihnen spielen möchten, eher ungeeignet.
  • Hamster sind auf ihre Größe gesehen trotzdem sehr robuste kleine Wesen. Im Vergleich zu anderen Haustieren aber eher doch „gebrechlich“. Gerade weil der Hamster so ein wuseliger kleiner Nager ist, versuchen Kinder oftmals sie zu sehr festzuhalten und drücken dann fester zu. Dass sich der Hamster dann durch beißen wehrt und seinen Unmut kundtut, ist dann nur verständlich.
  • Auch die tägliche Pflege ist bei Hamstern wichtig. Allen voran ein gesundes, ausgewogenes Futter und nicht das o8/15 Futter aus dem Zoogeschäft. Diese „Fertigprodukte“ enthalten in der Regel zu viele Fette. Von Zucker und Farbstoffen möchte ich gar nicht erst reden. Gesunde und ausgewogene Hamsternahrung findet man in der Regel leider nur im Internet. Außerdem gehört eine artgerechte Beschäftigung zum täglichen Programm. Kinder wollen meistens bunte und lustige Gegenstände kaufen oder einen quietschbunten Hamsterkäfig aus dem Zoogeschäft der obendrein viel zu klein ist. Hamstern ist das aussehen egal. Ein zu kleines Laufrad, „lustige“ Joggingkugeln oder Plastikröhren gehören niemals in ein Hamsterheim!Es ist wichtig naturbelassene und vor allem artgerechte Einrichtungsgegenstände zu kaufen. Auch das sollte ein Kind bereits verstehen.

Natürlich lässt sich dies nicht auf alle (Klein-)Kinder runterbrechen. Viele Kinder werden auch verstehen, dass der Hamster tagsüber schlafen muss und erst Abends aus seinem Häuschen kommt oder dass bunte oder zu kleine Laufräder oder Röhren die Gesundheit beeinträchtigen können. Dass man sich aber Abends noch um den Hamster kümmern und sich mit ihm beschäftigen darf, ist dann selbstverständlich.

Auch mit anderen Haustieren muss man oftmals aufpassen:

  • Im Zusammenleben mit Vögeln sollte man darauf achten, dass diese nicht im gleichen Raum wie der Hamster sind. Da Vögel zum einen tagsüber aktiv sind und auch viel Lärm machen können, stören sie den Hamster nur in seinem Tagesschlaf, den er dringend braucht (gleiches gilt für einen Standort im Kinderzimmer: Das ist nicht immer der beste Platz). Außerdem muss bedacht werden, dass Schnäbel von Vögeln auch mal zwicken können. Und Vögel sind manchmal neugierige Gesellen.
  • Auch auf einem Raum mit Katzen oder Hunden sollte man verzichten. Vor allem wenn der Hamster seinen täglichen Auslauf genießt. Oft geht es schneller als man denkt und die Katze oder der Hund sehen das kleine Fellknäul als Spielzeug an.
  • Andere Nager wie Mäuse, Ratten oder Chinchillas müssen unbedingt einen eigenen Käfig bewohnen! Den gleichen Raum können sie sich aber beruhigt mit dem Hamster teilen, denn gerade Chinchillas sind ja – ebenso wie der Hamster – nachtaktive Tiere. Andere Nager sind meistens von Natur aus still und stören den Hamster in seinem Schlaf tagsüber nicht.
  • Andere Tiere, die z. B. giftig sind oder Hamster auch einmal als Beute ansehen könnten, sollten in einem anderen Raum gehalten werden.

Wissen ist die Voraussetzung dafür, dass man Gefahrenquellen – egal von wo sie ausgehen – auch erkennt. Erkundige Dich daher vorher rechtzeitig und ausführlich über das neue Familienmitglied!