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Geschenk; von Flickr-User Roberto Verzo

Leider ist es noch immer oft so, dass Freunde oder Angehörige der Familie anderen Personen Tiere als Präsent schenken möchten. Dies ist jedoch vorher meist nicht sorgfältig überlegt worden.

Dazu ein Beispiel:

Eine befreundete Familie tauscht sich aus. Dabei erwähnt die eine Familie zufällig, dass sie gedenken für die Kinder ein Tier, beispielsweise einen Hamster (wie könnte es auch anders sein?! 🙂 ), anzuschaffen. Da die Kinder bald Geburtstag haben, denkt sich die andere befreundete Familie: Mensch, wenn die Kleinen schon einen Hamster möchten, dann besorgen wir doch einen. Da es zwei Kinder sind, holen wir dann auch zwei Hamster, dann entsteht kein Streit und jeder ist glücklich.

Tja, leider geht das wahrscheinlich schief. Warum?

Problem Nr. 1:

Die Familie, die (vielleicht) zukünftige Hamster-Besitzer werden möchten, haben sich noch gar nicht zu 100% entschieden hat, ob sie denn überhaupt einen Hamster kaufen sollen oder nicht. Vielleicht wären ja auch zwei Kaninchen oder zwei Meerschweinchen geeigneter für die Kinder.

Problem Nr. 2:

Die Familie kann sich überhaupt nicht auf den Neuzugang vorbereiten. Sie können sich mitunter vielleicht gar nicht mehr ausführlich über deren Haltung, Pflege und Ernährung informieren. Und da die 2. Familie ja nicht den Hamster ohne Käfig dort vorbei bringen kann, kaufen sie auch noch einen günstigen Standard-Käfig mit den Maßen 30×25 cm, sowie ein paar zuckerhaltige Knabberstangen – ein typischer Kauf, der ohne vorherige Informationsbeschaffung – und vor allem Einwilligung – ausgeführt wird. Dem kleinen Hamster (oder den zweien) wird es darin schonmal mit 100%iger Sicherheit nicht gut gehen…

Problem Nr. 3:

Hamster sind – meistens jedenfalls – absolute Einzelgänger. Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen, aber in der Regel ist es so, dass Hamster sich nur zur Paarung treffen und danach wieder getrennte Wege gehen. Wenn also nun zwei Hamster zusammengehalten werden, kann es zu blutigen Raufereien (wegen dem Revier) kommen und man muss die Hamster trennen. Dafür benötigt man unbedingt einen artgerechten Zweitkäfig (und dafür auch nochmal artgerechte Ausstattung zuzüglich artgerechtem Futter) oder man muss den Hamster abgeben – Je nachdem wie man damit umgehen kann und vor allem auch möchte. Denn einen Hamster möchte man ja als Haustier halten.

Problem Nr. 4:

Ein Standard-Käfig ist zwar nett gemeint, aber mehr auch schon nicht. Mindestmaße für den Zwerghamsterkäfig liegen bei 100x50x50 cm und für Mittelhamster bei 120x60x50 cm. Die Familie, die den Hamster geschenkt bekommt, weiß dies und hat sich aufgrund dessen dagegen entschieden einen Hamster zu kaufen, da sie dem nicht gerecht werden können. Und nun bekommen sie von der 2. Familie aber unvorbereitet doch gleich zwei Hamster und das auch noch in einem viel zu kleinen Käfig…

Problem Nr. 5:

Die zukünftige Hamsterbesitzer-Familie möchte vielleicht einen ganz anderen Hamster, als den, den sie geschenkt bekommen. Ein Teddyhamster soll es sein, anstatt dem Roborowski Zwerghamster den sie nun bekommen haben. Was also tun? Umtauschen? Zumindest in einem Zoofachgeschäft wird dies nicht möglich sein.

Problem Nr. 6:

Wohin mit dem Hamster während des Urlaubs oder Umzugs? Oma und Opa haben Nagerphobie, die beste Freundin ebenso, der Bruder hat Katzen und Hunde zu Hause und die andere Familie fährt in den Urlaub. Vielleicht hätte der Hamster erst nach dem Urlaub oder dem Umzug nach Hause geholt werden sollen? Ja, auch solche Fragen gilt es sich zu stellen und natürlich auch, eine Antwort darauf zu haben.

Problem Nr. 7:

Die Familie sieht komplett von einem Haustier ab, da sie sich sicher ist, dass man dem Tier – egal, welches es werden sollte – nicht genügend Aufmerksamkeit schenken könnte. Vater und Mutter sind berufstätig und die Kinder noch zu klein um diese Verantwortung zu tragen. Außerdem wäre erst Abends jemand zu Hause und die Kinder gehen aufgrund ihres Alters schon um 6 ins Bett. Von einem Hamster hätten sie da nicht sehr viel.

Bitte beachtet dabei auch immer, dass Hamster vielleicht nicht immer auch die besten Tiere für ein (Klein-)Kind sind. Dazu erfahrt Ihr in diesem Artikel mehr: Zwerghamster für Kleinkinder ungeeignet?!